Streuobst – „Alles rund um den Apfel“

Die „Lebensregion plus“ setzt sich für den Erhalt der Streuobstbäume in der Region ein. Der Genusserlebnispfad Kirchlauter informiert zu diesem Thema. Besucher können auf der Streuobstwiese vor Ort verschiedene regionale alte Sorten kennenlernen. Am Lehrbienenstand gibt es Informationen über die Bedeutung der Bienen und über die Imkerei.

Neben dem Lehrpfad in Kirchlauter hat der „ILE Zusammenschluss Lebensregion plus“, zu dem auch Kirchlauter gehört, eine Streuobstkartierung durchgeführt. Mit dem Kataster planen die Kommunen nun weitere Schritte zum Erhalt der vitalen Streuobstbestände auf ihren Grundstücken.

Gemeinsam mit der Bevölkerung, Streuobsinteressierten und den lokalen Obst- und Gartenbauvereinen möchten sich die Kommunen und Naturparke für den Erhalt und die Nutzung der vitalen Streuobstbäume in der Region einsetzen und die Wertigkeit des heimischen Obstes wieder erhöhen.

Dazu findet am

Samstag, den 24.09.2022 von 14:30 bis 18:00 Uhr

in Kirchlauter an der Streuobstwiese beim Lehrbienenstand und beim Lehrbienenstand

die Streuobst-Veranstaltung „Alles rund um den Apfel“ statt.

Hier können sich alle Besucher über den fachgerechten Obstbaumschnitt informieren, alte Streuobstsorten probieren und verschiedene Streuobstbäume und Verarbeitungstipps von Äpfeln kennenlernen und geschmacklich testen.
Gleichzeitig ist der Lehrbienenstand geöffnet und jeder interessierte Besucher kann sich über Bienen und Imkerei informieren.

Die Honigbiene spielt für die Bestäubung der Obstbäume die herausragende Rolle. Durch die Überwinterung als komplettes Bienenvolk mit mehr als 10.000 Einzelbienen sind sie in der Lage, den größten Teil der Bestäubungsleistung zu erbringen.
 
Die Streuobstwiese ist eine traditionelle Form des Obstbaus. Auf Streuobstwiesen stehen verstreute hochstämmige Obstbäume meist unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Arten und Sorten.
Die Bezeichnungen Streuobstbau und Streuobstwiese haben sich aus dem Begriff Obstbau in Streulage entwickelt.

Streuobstwiesen sind die bekannteste Form des Streuobstbaus. Für diesen ist die Mehrfachnutzung kennzeichnend: Die Bäume dienen der Obsterzeugung („Obernutzung“); da die Bäume locker stehen, dienen die Flächen zugleich als Grünland („Unternutzung“). Streuobstäcker sind eine in Deutschland noch in Franken, Südbaden, Sachsen-Anhalt, dem südlichen Brandenburg und im Lallinger Winkel verbreitete Sonderform, die bis weit ins 20. Jahrhundert in ganz Mitteleuropa verbreitet war. Darüber hinaus gehören auch Obstalleen und Einzelbäume zum Streuobstbau. Das im Streuobstbau angebaute Obst nennt man Streuobst.

Die vielfältigen Ausprägungen sind auch Ausdruck landschaftsschützerischer Aspekte: Obstbäume können den Boden an Hängen vor Abtragung schützen, sodass eine Weidewirtschaft nachhaltig durchführbar ist. Die im 18. Jahrhundert typischen Streuobstgürtel der Siedlungen wirkten auch als Windschutz. Extreme Temperaturen werden abgeschwächt und die Windgeschwindigkeit vermindert. Mit ihren unterschiedlichen Wuchsformen, Blühzeiten und -farben und Herbstfärbungen nehmen sie auch eine gestalterische Funktion wahr.

Auf extensiv bewirtschafteten Streuobstwiesen komplettiert je nach Artenzusammensetzung, Standortfaktoren und Zweitnutzung (Weide, Wiese, Acker) eine artenreiche Tierwelt die Lebensgemeinschaft. Insbesondere ist die Streuobstwiese ein wichtiger Lebensraum für Vögel und Gliederfüßer wie Insekten oder Spinnen. Streuobstwiesen weisen nur zwei deutliche „Stockwerke“ auf: die Kronenschicht der Obstbäume und die aus Gräsern, Kräutern und teilweise niederen Stauden bestehende Krautschicht. Durch den weiten Stand der lichtkronigen Bäume ist die Krautschicht besonnt und sehr vital. Im Unterschied zu Obstplantagen sind Streuobstwiesen wesentlich artenreicher. 

Die Baumdichte auf Streuobstwiesen beträgt in Abhängigkeit von den Obstarten 60 bis 120 Bäume pro Hektar. Das ist wenig im Vergleich zu Obstplantagen, wo bis zu 3000 Bäume pro Hektar üblich sind. Für einen ausgewachsenen Hochstamm werden in der Regel 10 × 10 m Fläche eingeplant.

Die von Gräsern dominierte Krautschicht einer Streuobstwiese weist oft auch eine große Anzahl blühender Wiesenkräuter auf, die je nach Standortbedingungen verschieden zusammengesetzt sind. 

In Streuobstwiesen können zwischen 2000 und 5000 Tierarten beheimatet sein beziehungsweise dort ihre Nahrung finden. Den größten Anteil nehmen dabei Insekten wie Käfer, Wespen, Hummeln und Bienen ein. Auch die Vielfalt der Spinnentiere und Tausendfüßer ist groß.